Die Besitzer des Freihofs |
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| 1258 | Grafen zu Castell | |
| 1331 | Fuchsen von Dornheim | |
| 1366 | Kaiser Karl IV. (König von Böhmen) | |
| 1381 | Burggraf Friedrich V. von Nürnberg | |
| 1397 | Burggraf Johann III. | |
| 1401 | Wittelsbacher | |
| 1403 | Nürnberger Burggrafen | |
| 1420 | Burggraf Friedrich VI. | |
| 1437 | Markgraf Johann IV. von Ansbach | |
| 1457 | Markgraf Albrecht Achilles | |
| 1462 | Bischof von Würzburg | |
| 1463 | Markgrafen von Ansbach, Verliehen an Bürgerliche | |
| 1562 | Kastner der Stadt | |
| 1593 | Doktor Kummer | |
| 1599 | Junker Caspar Zoller von der Hallburg | |
| 1603 | Markgrafentum von Brandenburg | |
| 1693 | Johann Dietrich | |
| 1721 | Michael Prechtel | |
| 1734 | Martini | |
| 1745 | Zwei bürgerliche Besitzer | |
| 1803 | Königreich Bayern | |
| 1810 | Großherzogtum Würzburg | |
| 1815 | Königreich Bayern | |
| 1829 | Dürr (Gasthaus und Brauerei) | |
| 1888 | Jude Baruch Frank (Vieh- und Pferdehändler) | |
| 1938 | Verwaltung 3. Reich (Flüchtlingsquartier) | |
| 1945 | Wohnrecht Schubert | |
| 1949 | Alfons Hyna (Viehhändler) Bis 2002 im Besitz der Tochter Lydia Heming |
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| 2002 | Sanierung und Umbau durch die IEV Betriebs GmbH & Co. KG, Eigentümer Richard und Roman Gebert |
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1258
wird Brisendorf in einer Urkunde der Grafen zu Castell erstmals genannt. "Urzelle der Siedlung war der einzige, voll ausgestattete Hof des Dorfes, der spätere Bauhof des Schlosses." (Wöppel, S. 21 ff) Nach mündlicher Tradition im Prichsenstädter Raum entstand das Dorf aus einem einzelnen Schafhof.
1331
wurde Brisendorf an die Fuchsen von Dornheim verliehen oder verkauft. Da Brisendorf einen kompakten, inneren Aufbau besaß, der aus der Grundherrschaft eines einzigen Herrn resultierte - äußeres Zeichen dafür war der Bauhof des Schlosses - und einen befestigten Sitz errichtet hatte, kaufte
1366
Kaiser Karl IV. (König von Böhmen) Brisendorf eben wegen dieser Burg den Fuchsen von Dornheim ab (Landbrücke zwischen Böhmen und luxemburgischen Besitzungen).
1367
erhob Kaiser Karl IV. Brisendorf zur Stadt. Diese, die von da ab den Namen Prichsenstadt führte, trat er seinem Sohne Wenzel, dem böhmischen König ,ab. Der Amtmann vertrat die Rechte des Stadtherrn und als Stellvertreter der Krone oblag ihm die volle Nutzung des herrschaftlichen Bauhofs, dessen Funktion vor allem darin lag, die Besoldung des Amtmanns und die Versorgung des Schlosses zu gewährleisten. Die Stadt Prichsenstadt hatte sich schon bald nach ihrer Gründung den Ruf als Asyl erworben. Dorthin konnte fliehen, wer ohne Vorsatz einen Mord begangen hatte und von hier aus Vergleichsverhandlungen führen. Die Freiung erstreckte sich auf die gesamte Gemarkung der Stadt Prichsenstadt, nicht auf einzelne Gebäude, wie den "Freihof", den ehemaligen Bauhof des Schlosses, der seinen Namen der Tatsache verdankt, dass sein Besitzer von verschiedenen bürgerlichen Pflichten befreit war. Das Privileg der Freistadt ist aber nicht mit einer schriftlichen Urkunde belegt. Wahrscheinlich leitete sich das Asylrecht der Stadt von der Tatsache ab, dass Prichsenstadt durch den Gründer Kaiser Karl IV. direkt der böhmischen und indirekt der kaiserlichen Gerichtsbarkeit unterstand, während in der Umgebung der Stadt lokale Gerichtsbarkeiten zuständig waren. (Wöppel, S. 311 ff).
1381
bildete die Verleihung des Zollprivilegs an Prichsenstadt den abschließenden Höhepunkt der luxemburgischen Stadtherrschaft. Durch Verpfändung gelangte Prichsenstadt in den Besitz des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg.
1397
fiel Prichsenstadt aufgrund der Teilung der burggräflichen Lande in die Hand des Burggrafen Johann III.
1401
gelangte Prichsenstadt in den Besitz der Wittelsbacher, wurde aber von Johann III. zurückerobert.
1403
gehörte Prichsenstadt endgültig den Nürnberger Burggrafen, den späteren Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.
1420
kam Prichsenstadt durch den Tod des Johann III. in den Besitz des Burggrafen Friedrich VI.
1433
wurde Prichsenstadt das Ratswahlprivileg verliehen.
1437
wurde Markgraf Johann IV. von Ansbach aufgrund der Erbordnung Stadtherr von Prichsenstadt. Der herrschaftliche Bauhof war die größte zusammengehörige Wirtschaftsfläche auf der städtischen Gemarkung (ca. 47 Hektar).
1457
ging Prichsenstadt auf den Markgrafen Albrecht Achilles über durch Verzicht des Johann IV.
1462
nahm der Bischof von Würzburg Prichsenstadt ein, plünderte und zerstörte es.
1463
zählte Prichsenstadt durch den Frieden zu Prag wieder zu markgräflichem Gebiet. Eine der Maßnahmen, die der Markgraf zum Wiederaufbau Prichsenstadts ergriff, war die Eingliederung des Bauhofs in die städtische Agrarwirtschaft. Der Bauhof wurde aus der Besoldung des Amtmanns herausgelöst und an einen Bürgerlichen verliehen. Trotzdem blieb die weitgehende Unabhängigkeit (Vorzugsstellung) des Hofes innerhalb der Prichsenstädter Agrarwirtschaft und auch gegenüber dem Amtmann der Stadt gewahrt, da gewisse Sonderlasten (erhöhte Abgaben und Dienste) zahlreiche Sonderrechte, wie die Befreiung von allen bürgerlichen Lasten (z. B. Zehnt, Wache etc.), gegenüberstanden. Auch mussten ihm die "Geleitsleut" (Asylsuchende) bei Erntearbeiten helfen; ein Anspruch, der von der Schlosszugehörigkeit übernommen wurde. Da der Hof direkt dem Amtmann und nicht, wie die Bürgerschaft, dem Rat unterstand, erhielt er später den Namen "Freihof" (Wöppel, S. 123 ff). Die herrschaftlichen Maßnahmen zum Wiederaufbau des Freihofs dienten als Modellfall für den Aufbau der gesamten Stadt. Der Markgraf erließ dem Freihofbesitzer während der ersten drei Jahre die Lieferung der Gült (Steuer). Dafür setzte dieser die im Krieg zerstörten Gebäude instand.
1492
führte der Freihof laut Stadtbuch den Namen "Wanhof" oder "Zöllnershof".
1525
zu Beginn des Bauernkrieges versuchte Prichsenstadt neutral zu bleiben. Um eine Zerstörung der Stadt zu vermeiden, stellte Prichsenstadt 17 Mann und Geschütze den Aufständischen zur Verfügung und wurde verschont.
1527
findet die Reformation Eingang und Prichsenstadt entwickelt sich langsam zu einer Gewerbestadt.
1562
Der Freihof, die größte Hofanlage Prichsenstadts, wird vom damaligen Kastner übernommen.
1593
war der Freihof laut Stadtbuch im Besitz eines Doktors namens Kummer und erhielt den Namen "Doktorshof".
1594
wurde ein Neubau vollendet (Übereinstimmung in etwa mit der Jahreszahl 1592 über dem Eingangsportal des Freihofs). Nachdem besaß der Freihof einen Steuerwert von 3.000 Gulden
(Wöppel, S. 127 ff). Daher wurde die Abgabepflicht an die Landesherrn verringert und der Hof in besonderer herrschaftlicher Gunst von der Stadtsteuer befreit (vgl. Namensentstehung "Freihof"). Da der Freihof in der Folgezeit für die Prichsenstädter Bürger, bei denen das Vorverkaufsrecht lag, zu teuer war - innerhalb von 50 Jahren stieg der Verkaufswert von 280 Gulden im Jahre 1549 auf 6.000 Gulden im Jahre 1601 -, kam der Freihof nacheinander in den Besitz verschiedener adeliger Familien, die ihn - rein agrarwirtschaftlich orientiert - bewirtschafteten. Die Privilegierung der Hofanlage führte immer wieder zu Differenzen zwischen dem Freihofbesitzer und der Bürgerschaft.
1603
Der Übergang der Markgrafentümer an die Brandenburgische Linie bedeutete für Prichsenstadt keine Änderung der inneren Struktur.
1610
hielten die fränkischen Reichsstädte einen Konvent in Prichsenstadt. Die fränkische Reichsritterschaft tagte im 17. Jahrhundert mehrmals im Freihof, um zu beraten, wie sie ihre bedrohten Rechte gegen die wachsende Macht des Hochstiftes wahren könnten. Betrachtet man die Stadtanlage Prichsenstadts an der Wende zu, 17. Jahrhundert in ihrer Gesamtheit, so bestärkt sich der Rückschluss auf die ursprüngliche Planung der Innenstadt, des Stadtkerns: Kirche, Schloss und Freihof hatten den ersten Grundriss bestimmt. Auf sie wurden die Bürgerhäuser ausgerichtet.
1632
wurde Prichsenstadt von den Wallensteinern erstürmt, geplündert und entvölkert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Prichsenstadt, das schon seit der Zeit nach der Reformation keinen eigenen Amtmann mehr besaß, dem Oberamt Uffenheim unterstellt. Über das Ausmaß der Zerstörung des Freihofs im Dreißigjährigen Krieg ist nichts bekannt.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts übernahmen nach einer Reihe von Adeligen den Freihof wieder Bürgerliche. Damit wurde der Hof weitgehend in die städtische Wirtschaft eingegliedert.
1734
Der Freihof war auch im 18. Jahrhundert der einzige, voll ausgestattete Hof in Prichsenstadt. Er besaß noch 108 kleine Frankenmorgen Felder und 18 kleine Frankenmorgen Wiesen.
1745
verkaufte die Landesherrschaft den Hof, weil man ihn weder als Besoldungsgrundlage für den Amtmann noch für den Kastner benötigte. Die Prichsenstädter hatten das Vorkaufsrecht. Schließlich teilten sich zwei Käufer den Hof (Wöppel, S. 250 ff). Dadurch gingen der Landesherrschaft höhere Erträge ein. Es ist anzunehmen, dass die Bewohnung und Bewirtschaftung der Anlage von zwei Besitzern bauliche Veränderungen nach sich zog.
1791
Prichsenstadt wird preußisch. Die Stadtherrschaft zog sich langsam aus Prichsenstadt zurück; die Stadt verlor Stück um Stück ihre Sonderrechte, die sie sich in Ihrer 400jährigen Geschichte erworben hatte. Das Zollrecht blieb ihr zwar noch, aber
1799
hob ein Edikt der preußischen Regierung das Asylrecht der Stadt, das sich im Laufe der Zeit ausschließlich auf den Freihof konzentrierte, auf, da die Gründe für die Aufnahme in das Asyl ab dem 17. Jahrhundert immer freier interpretiert wurden: zuletzt wurden neben Ehebrechern und Mordverdächtigen sogar Schuldner aufgenommen.
1803
fällt Prichsenstadt an Bayern. Dadurch verlor die Siedlung jene Sonderstellung, die durch den Kauf Prichsendorfs für die Krone Böhmen im Jahre 1366 entstanden war. Jetzt wurde die Stadt in das Umland integriert. Der stufenweise Verlust als zentraler Ort war die Folge. Zollprivileg und Geleitschutz hatten nun ihren Sinn verloren; die eigentliche Stadtfunktion starb langsam aus.
1810
bekommt durch den Pariser Vertrag das Großherzogtum Würzburg Prichsenstadt.
1815
durch die Wiener Schlussakte erhält Bayern ganz Franken. Prichsenstadt fiel nun endgültig an Bayern und verlor seinen Amtscharakter völlig - wurde zu einer reinen Landstadt (Ackerbürgerstadt). Die Einwohnerzahlen sanken deshalb zwangsläufig sehr stark.
1829
gelangte der Freihof in den Besitz der Familie Dürr und wurde als Gasthaus mit Tanzsaal im Obergeschoß und als Brauerei genutzt.
1888
Besitzer Barung Frank (jüdisch) verwendete den Freihof als Vieh- und Pferdehandlung (die größte der ganzen Gegend). Um 1900 Umbau des Rittersaals: Herausnahme von drei Fachwerkwänden und des kompletten Bodens, Einbau einer preußischen Kappendecke, 1,40 m unterhalb des ehemaligen Rittersaalbodens, Nutzung des Rittersaals als Heuboden.
1938
wurde die Familie Frank vertrieben. Der Freihof stand leer, bis Flüchtlinge sich dort Quartier nahmen.
1945
bekam die Familie Schubert Wohnrecht.
1949
kaufte Alfons Hyna den Freihof und nutzte ihn als Viehhandlung.
Bis 2002
weiterhin als Viehhandlung im Besitz der Tochter Lydia Heming.
2002
Kauf des Freihofs durch die Firma IEV Betriebs GmbH & Co. KG.(Eigentümer Herr Richard und Roman Gebert).
Geplant ist die komplette Sanierung und Restaurierung des gesamten Anwesens.


